Modul 2 - Emotionsregulation

Nachdem du gelernt hast, innere Zustände wahrzunehmen, geht es nun darum, mit Gefühlen in Kontakt zu bleiben, ohne von ihnen überwältigt zu werden oder sie verdrängen zu müssen.

Emotionsregulation bedeutet nicht, Gefühle zu kontrollieren oder zu unterdrücken.
Sie beschreibt die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und ihnen Raum zu geben, ohne dass sie dein Handeln vollständig bestimmen.


Leitfrage dieses Moduls

Wie kann ich mit meinen Gefühlen präsent bleiben, ohne mich in ihnen zu verlieren?


Schritt 1: Gefühle als Signale verstehen

Gefühle tragen Informationen in sich. Sie weisen auf Bedürfnisse, Grenzen oder innere Spannungen hin.

Beobachtungsimpulse:

  • Welches Gefühl ist im Moment am deutlichsten spürbar?

  • In welchen Situationen taucht es besonders häufig auf?

  • Verändert sich etwas, wenn du ihm Aufmerksamkeit schenkst?


Schritt 2: Zwischen Gefühl und Handlung unterscheiden

Gefühle laden zu Reaktionen ein – sie müssen jedoch nicht sofort in Handlungen übersetzt werden.

Wahrnehmungsfragen:

  • Wozu möchte mich dieses Gefühl bewegen?

  • Welche Reaktion folgt bei mir häufig automatisch?

  • Was verändert sich, wenn ich einen kurzen Moment innehalte?


Schritt 3: Den Körper in die Regulation einbeziehen

Emotionen zeigen sich immer auch körperlich. Über den Körper entsteht oft Entlastung.

Wahrnehmungsimpulse:

  • Wo im Körper spüre ich dieses Gefühl?

  • Wie ist meine Atmung gerade?

  • Wird etwas ruhiger, wenn ich langsamer werde?


Schritt 4: Gefühle benennen und einordnen

Benennen hilft, Gefühle greifbarer zu machen, ohne sie festzulegen.

Reflexionsfragen:

  • Ist dieses Gefühl eher klar oder diffus?

  • Gehört es zur aktuellen Situation oder erinnert es an etwas Früheres?

  • Sind mehrere Gefühle gleichzeitig präsent?


Schritt 5: Mit Gefühlen präsent bleiben

Der Kern von Emotionsregulation ist, mit dem Gefühl zu bleiben, ohne es verändern zu müssen.

Innere Haltung:

  • Gefühle dürfen da sein.

  • Sie müssen nichts beweisen.

  • Ich darf sie erleben, ohne mich mit ihnen gleichzusetzen.


Ergebnis dieses Moduls

Am Ende von Emotionsregulation:

  • kannst du Gefühle bewusster wahrnehmen und einordnen

  • entsteht mehr innerer Spielraum zwischen Empfinden und Reaktion

  • entwickelst du einen freundlicheren Umgang mit deinem inneren Erleben

Du musst deine Gefühle nicht kontrollieren.
Aber du kannst mit ihnen in Beziehung bleiben, ohne dich selbst zu verlieren.